Jahresabschluss 2025 im Saarland
Mein letzter Einsatz im Jahr 2025 führte mich ins Saarland. Dort half ich einer Klinik aus, die unter extremem Pflegefachkräftemangel litt. Das ist heutzutage leider nicht die Ausnahme, sondern die Regel. In dieser Klinik, auf der Geriatrischen Station, wo ich eingesetzt war, wurde mir das nochmal deutlich vor Augen geführt.
Ich kam dort an meinem ersten Tag an, alles neu: Kollegen, Patienten, Struktur der Station bzw. der tägliche Ablauf eines Früh- / Spätdienstes. Natürlich wurde ich NICHT eingearbeitet, keiner zeigte mir irgendwas, keiner nahm mich an die Hand und erklärte mir den Ablauf und die Besonderheiten der Station, des Patienten, Klientel oder der Stationsärzte. Nichts – wurde einfach ins kalte Frühdienst-Wasser geworfen. Auch die spätere handschriftliche Dokumentation wurde mir nicht erklärt. Ich reimte mir selbst zusammen, wo, was und wie ich zu dokumentieren habe.
Ja, ich bin lange genug dabei und auch lange genug eine examinierte Fachkraft, jedoch ist eine Station im Krankenhaus, für mich gelernten Altenpfleger auch immer wieder eine Umstellung, die mir nicht immer ganz so leichtfällt.
In diesem Einsatz kam ich an die Grenzen meiner Belastbarkeit und hatte oft Bauchschmerzen, wie dort mit den Patienten umgegangen wurde – natürlich nicht von allen –, aber dies hatte nichts mit (christlicher) Nächstenliebe/ Menschlichkeit zu tun.
Ich tat mein Bestes, mit meiner hessischen Lockerheit eine gewisse Wärme und Zuversicht zu verbreiten, welches mir nur bedingt gelang.
So das Jahr 2025 ernüchternd zu Ende gegangen. Mir wird einmal mehr vor Augen geführt, wie es um das deutsche Gesundheitssystem, um die Pflege bestellt ist …. Überfordernd, überlastet, kalt, einsam und leer. Aus dieser Überforderung, Überlastung und der Unwissenheit können Fehler entstehen, die im schlimmsten Fall zu Tode führen können.
Mir ist bewusst, dass ich als freie Pflegefachkraft nur die Häuser kennenlernen darf, die akuten Personalmangel haben, jedoch finde ich, sollte die Menschlichkeit nicht darunter leiden.
Dieser Einsatz im kleinsten Bundesland, hat mir wieder mal gezeigt, dass es wichtig ist, sich für die Pflege, für eine Veränderung /Verbesserung im Gesundheitswesen einzusetzen, sich zu engagieren, proaktiv in die Veränderung zu gehen.
Daher auch meine ehrenamtliche Teilnahme in der Gesundheitspolitik bei den Freien Wählern, denn ich kann und will diese Zustände nicht hinnehmen.

