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Wenn es alleine nicht mehr geht

Erschienen am Donnerstag, 08.01.2026 im Lokalteil auf Seite 11 der Nassauischen Neuen Presse

Nach einem Sturz fand der 81-jährige Heimatforscher Johann-Georg Fuchs in einer freiberuflichen Pflegefachkraft die Unterstützung, die ihm ermöglicht, weiter zu Hause zu leben.

Limburg. Wer im Alter gebrechlich wird, braucht Pflege. Dabei möchte jeder betagte Mensch so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Für Angehörige, die das alleine nicht leisten können oder nicht in der Nähe sind, stellt sich die Frage des unterstützenden Pflegedienstes oder wäre es doch sinnvoller, einen Platz im Alten- und Pflegeheim zu finden. In manchen Fällen geht es aber auch anders, wie das Beispiel von Johann-Georg Fuchs zeigt. Der alleinstehende Rentner hat mit Thomas Meurer eine freiberufliche Pflegefachkraft gefunden, die ihn in vielfältiger Weise unterstützt. Fuchs sagt: „Ich bin glücklich, diese Alternative gefunden zu haben, so dass ich weiter zu Hause bleiben kann.

Johann-Georg Fuchs ist der Mann, der weit über drei Jahrzehnte in jahrelanger mühsamer Recherche ehrenamtlich die Geschichte sämtlicher Häuser in der Altstadt und deren einstmalige Besitzer erforscht hat. Eine Arbeit von unermesslichem Wert, wofür ihm die Stadt 2009 mit der Limburg-Medaille gedankt hat. Ohne die von ihm gesammelten Daten hätte das 2008 vom Landesamt für Denkmalpflege in Hessen aufgelegte Buch über die Kulturdenkmäler Limburgs nicht in dieser detailreichen Wiedergabe erscheinen können. Bis zu einer Erkrankung mit einer Operation und die Folgen hatte Fuchs auch im Alter von 80 Jahren seine Erkenntnisse aufgeschrieben.

„Ich wollte keine wechselnden Ansprechpartner“

Inzwischen 81 Jahre alt ist und seine Beweglichkeit eingeschränkt, so dass er auf eine begleitende Unterstützung angewiesen ist. „Ich wollte keine wechselnden Ansprechpartner“, sagt Fuchs. Nach einem Sturz in seiner Wohnung in Offheim wandte sich seine in Spanien lebende Tochter an den Pflegestützpunkt des Kreises Limburg-Weilburg. Sie suchte eine Person vor Ort, auf die sie sich verlassen kann und bekam die Kontaktdaten von Thomas Meurer. Mit ihm fanden die Töchter (eine weitere lebt bei München) den Partner, der genau die Voraussetzungen mitbringt, die der Senior für ein erträgliches Leben braucht, um so weit wie möglich selbständig bleiben zu können. Im Notfall ist Meurer rund um die Uhr für seinen Patienten da.

Der 40-jährige, aus Niederzeuzheim stammende gelernte Altenpfleger (Meurer: „Eisch kann ach platt schwetze“) begleitet ihn seit Juni dieses Jahres zu Arztbesuchen oder zur Post, geht für ihn einkaufen, zur Apotheke und regelt das Alltägliche. Da er keine gewerbsmäßige Beförderungserlaubnis besitzt, bestellt er für notwendige Fahrten ein Taxi oder den LahnStar. Meurer steht im regen Austausch mit seinem Patienten, spielt auch mal eine Schachpartie mit ihm und berät bei alltäglichen Anforderungen. Damit bleibt Johann-Georg Fuchs, der geistig sehr rege ist, ein hohes Maß an Lebensqualität erhalten.

Seit 17 Jahren ist Thomas Meurer in der Altenpflege tätig. Er hat seinen Beruf von 2008 bis 2011 im Haus Deul in Diez erlernt und sich kontinuierlich weitergebildet. Unter anderem ist er Fachpfleger für Gerontopsychiatrie – Krankheitsbilder wie Demenzerkrankungen und depressive Störungen. „In der Coronazeit habe ich mir überlegt, neue Wege zu gehen und mich selbständig gemacht“, berichtet er, der seinen eigenen Betrieb als Pflegedienstleister gegründet hat. Er ist berechtigt zur Pflegeberatung nach Paragraf 37.3 SGB XI für Menschen ab Pflegegrad 2, die Pflegegeld beziehen, zu Hause leben und rechnet mit den Kassen ab. Zudem ist er freier Dozent an dem 2016 gegründeten das Bildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe in der Werkstadt. Meurer ist auch noch Selbstbehauptungs- und Resilienz-Trainer für Kinder. www.mensch-meurer.de

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