Ein Tag im Mai 2026 von Mensch-Meurer
Oft bekomme ich zu hören, dass ich ja nichts „schaffe würd“ und dass ich „nur“ mit den älteren Menschen spazieren gehe oder Gesellschaftsspiele spielen würde.
Ja, dem ist so, aber es ist noch viel, viel mehr. Hier ein kleiner Auszug aus einem Mensch-Meurer Arbeitstag Ende Mai 2026.
Im Februar führte ich, bei einem älteren Menschen, Herrn B., einen Beratungsbesuch nach §37.3 in Limburg durch. Herr B. lebt mit seiner Ehefrau in der Altstadt. In dem Gespräch erfuhr ich, dass das Ehepaar im Sommer einen Umzug plane, in ein Betreutes Wohnen, da ihre Wohnung ihnen zu groß sei und zu viele Barrieren habe.
Sie fragen mich, ob ich jemanden wisse, der Ihnen beim Umzug helfen könne.
Nach kurzer Überlegung schlug ich, ihnen Folgendes vor: Ich helfe ihnen bei ihrem Umzug. Dazu müssen Sie mir eine Abtretungserklärung unterschreiben, sodass ich das mit der Krankenkasse, über die Entlastungsleitung nach §45b abrechnen kann.
Gesagt, getan.
Der Umzug rückte im April/Mai immer näher und ich wartete auf das „Go“ von dem Ehepaar.
Gesundheitlich ging es Herrn B. immer schlechter. So erreichte mich am 16.05.2026 eine Nachricht von seiner Tochter, mit der Bitte an mich, nach Ihrem Vater zu sehen, und mit der Frage, ob es nicht Sinn ergeben würde, den Pflegegrad zu erhöhen. Als sie ihren Vater besuchte, war sie erschrocken und machte sich Sorgen um seinen Gesundheitszustand.
Am 18.05. 2026 besuche ich das Ehepaar in der Limburger Altstadt, welches ich im Februar zuletzt gesehen hatte, und mache mir vor Ort ein Bild von der Situation und Herrn B.
Ja, der Gesundheitszustand hatte sich massiv verschlechtert. Deswegen rief ich sofort bei der Krankenkasse an, gemeinsam mit Herrn B. Wir schilderten seine Probleme und stellten zusammen via Telefon einen Höherstufungsantrag.
Danach machen wir konkrete Termine, wann ich komme, um schon mal Vorarbeit zu leisten für den Umzug.
Nach Pfingsten ging es los. Hr. B. lag es am Herzen, in seinem Büro Ordnung zu schaffen und vorzusortieren, was in den Müll kann und was mitkommt ins neue Zuhause, ins betreute Wohnen.
Zu seinem Büro musste er jedoch ca. 40 Treppenstufen „überwinden“. Dies konnte der geschwächte und von der Krankheit mitgenommene ältere Mensch jedoch nicht.
Da ihm auch das Sprechen mittlerweile schwerfiel, schrieb er mir auf einen Zettel auf, was ich ihm aus seinem Büro herunterholen solle, damit er es unten im Wohnzimmer sortieren/aussortieren konnte.
Gesagt, getan.
Meine Altenpfleger Sensoren schlugen jedoch an. Es tat mir in der Seele weh, Hr. B. bei jedem Wort, welches er versuchte zu sprechen, leiden zu sehen.
Auch die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme war sehr stark reduziert. Zudem kamen Außentemperaturen von 30 °C.
Von der Ehefrau erfuhr ich, dass der Hausarzt gestern, vor Ort war, jedoch nichts Weiteres in die Wege geleitet wurde.
So konnte es nicht bleiben, dazu bin ich immer noch Altenpfleger.
Also ging ich zum Hausarzt, schilderte ihm die Situation und äußerte, dass er doch bitte a) eine subkutane Flüssigkeitszufuhr rezeptieren/anordnen soll und b) eine Verordnung über einen ambulanten Pflegedienst, der diese Flüssigkeitszufuhr s.c. verabreicht.
Gesagt, getan.
Auf dem Hinweg zur Apotheke, organisierte ich noch einen ambulanten Pflegedienst, der dann ab heute Abend täglich zu Hr. B. kommt und ihm eine Infusion legt. Auf dem Rückweg von der Apotheke in die Limburger Altstadt informierte ich noch die Tochter von dem Ehepaar, über die jetzt eingeleiteten Maßnahmen und über meine Wahrnehmung ihres Vaters.
Sodass jetzt für Hr. B. eine kontinuierliche, ausreichende Flüssigkeitszufuhr gewährleistet ist und einer Exsikkose gegen gewirkt wird.
Das ist das, was ich bin, das ist, wie Mensch-Meurer arbeitet.
Unkompliziert, kommunikativ, lösungsorientiert mit Sachverstand und Weitsicht.

